Ghana - Plastikmüll
In Ghana fallen jährlich mehr als eine Million Tonnen Plastikabfall an, von denen nur etwa 5 % recycelt werden. Daher ist die ghanaische Regierung einer internationalen Partnerschaft für Kreislaufwirtschaft beigetreten. Ihr Plan: Einweg-Plastikverpackungen sollen reduziert werden und Unternehmen sich an den Kosten für die Sammlung und Verwertung von Plastikabfällen beteiligen. Damit die kunststoffverarbeitenden Unternehmen mehr recyceltes Plastik verwenden, sind allgemein geltende Regeln zu einem verpflichtenden Rezyklatanteil sinnvoll.
Um zu einem nachhaltigeren Umgang mit Plastik in Ghana beizutragen, hat die GIZ im Rahmen der Partnerschaft des Landes NRW mit Ghana verschiedene Projekte durchgeführt, die von der Staatskanzlei des Landes NRW gefördert wurden:

Nachhaltiges Management von Plastikabfällen
Ziel des Projekts war es, in den zuständigen ghanaischen Institutionen, Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie in der Privatwirtschaft die fachlichen Kapazitäten für das Management von Kunststoffabfällen zu stärken und am Beispiel der Sammlung von PET-Flaschen Strategien zu erproben, wie Wertstoffe unter Einbeziehung des informellen Sektors für das Recycling erfasst und aufbereitet werden können. Hierdurch konnte aufgezeigt werden, welche Rahmenbedingungen für den Aufbau einer umwelt- und ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft zielführend sind.
Wichtige Maßnahmen waren dabei ein Stakeholder-Forum in Accra, ein internationaler Erfahrungsaustausch für ghanaische Fachleute in NRW sowie die Pilotierung einer ersten Sammlung von PET-Flaschen in Accra.

Wertschöpfung aus Plastikabfällen
Das Projekt zielte darauf ab, die informellen Wertstoffsammlerinnen zu professionalisieren und ihre Zusammenarbeit mit der Kunststoff- und Recyclingbranche in Ghana zu verbessern, um hierdurch die Sammlung von Plastikabfällen zu steigern und Einkommensmöglichkeiten für die Sammlerinnen zu verbessern. Das Projekt umfasste folgende Maßnahmen:
Stakeholder Forum im Rahmen der Umweltmesse West African Clean Energy & Environment Trade Fair & Conference 2019, Professionalisierung informeller Wertstoff-Sammlerinnen und Sammler in Kumasi, Dialog zu Erweiterter Produzentenverantwortung im Bereich Kunststoffverpackungen sowie die Teilnahme einer Delegation ghanaischer Unternehmensvertreter an der Plastics Recycling World Exhibition 2021 in Essen.

Grüne Wirtschaftsbelebung durch Kreislaufwirtschaft in Ghana
Das Projekt zielte darauf ab, Kapazitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft in Ghana zu erweitern und Kleinstunternehmen im Norden des Landes zu fördern und beim effizienten Einsatz vorhandener Ressourcen zu unterstützen. Es trug damit zu einer grünen Wiederbelebung der Wirtschaft nach der COVID19-Pandemie bei.
Das Projekt bot u.a. 16 Mitarbeitenden aus ghanaischen Unternehmen der Kunststoffindustrie die Gelegenheit, in einem dreiwöchigen Fachkurs am Kunststoffinstitut in Lüdenscheid ihre Fachkenntnisse zur Optimierung des Kunststoffrecyclings zu erweitern. Bei dieser Gruppe handelte es sich um technisches Personal der kunststoffproduzierenden bzw. -recycelnden Industrie in Ghana.

Erprobung von Strategien am Beispiel von PET-Flaschen wie Wertstoffe unter Einbeziehung des informellen Sektors für das Recycling erfasst und aufbereitet werden können.
Inzwischen hat die ghanaische Regierung entschieden, das Land zu einem Vorreiter für Kreislaufwirtschaft in Afrika zu entwickeln. Um von internationalen Erfahrungen und auch Finanzmitteln zu profitieren, ist Ghana Mitglied in der Global Plastic Action Partnership geworden. (Website in Englisch)