Ghana - Sandgewinnung

Sand scheint sprichwörtlich "wie Sand am Meer" unbegrenzt verfügbar zu sein. Doch die Nachfrage durch den weltweiten Bauboom steigt rapide. Dies liegt daran, dass für die Betonherstellung Sand mit eckigen Körnern benötigt wird, die noch nicht durch den Wind gerundet wurden. Nur so können sich die Körner im Beton ineinander verhaken und dem Material die notwendige Festigkeit geben. Meeressand enthält zudem viel Salz. Wird dieses nicht ausgewaschen, sind die errichteten Gebäude noch weniger haltbar. Daher kommt der für den Baubereich am besten geeignete Sand vor allem aus Flüssen und Seen bzw. Kiesgruben als Überbleibsel ehemaliger Flussläufe oder Meeresablagerungen. Gleiches gilt für die Aufschüttung künstlicher Inseln wie z.B. in Singapur mit Sand aus Malaysia, Vietnam, Kambodscha und Indonesien oder in Dubai, wo der Sand aus Australien importiert wurde.


Je knapper Ressourcen sind, umso attraktiver wird es für kriminelle Strukturen, Sand illegal zu gewinnen. Erleichtert wird dies in Ländern des globalen Südens, in denen die zuständigen Behörden vielfach zu schwach sind, um solche Umweltschäden konsequent zu verfolgen und die Verantwortlichen zu bestrafen. Wird Sand wie hier am Strand an der ghanaischen Küste illegal gewonnen, so steigt die Erosionsgefahr und auch das Risiko von Überschwemmungen des Hinterlandes, einschließlich Dörfern.


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