UN-Abkommen zur Vermeidung von Umweltverschmutzung durch Plastik

Gescheitertes UN-Plastikabkommen
2022 einigten sich 175 Nationen bei der UN-Umweltversammlung (UNEA) in Nairobi darauf, zur Vermeidung der Umweltverschmutzung durch Plastik ein internationales, rechtsverbindliche Abkommen zu schließen. Trotz dreijähriger Abstimmungen ist ein UN-Plastikabkommen 2025 in den Verhandlungen in Genf bis auf Weiteres gescheitert. Zu unterschiedlich waren die Positionen: Mehr als 100 Länder hatten ehrgeizige Ziele. Sie forderten u.a. die globale Produktion von Kunststoffen zu verringern und giftige chemische Zusatzstoffe in Plastik abzuschaffen. Auch sollten statt Einwegplastik Mehrwegsysteme und eine umfassende Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Demgegenüber wollten sich Länder, die stark von der Förderung von Erdöl profitieren, sich vorrangig auf ein besseres Abfallmanagement beschränken.
Globale Bestandsaufnahme
Wie groß der Handlungsbedarf in diesem Bereich ist, verdeutlichen die Kernaussagen des Global Plastics Outlook 2022 der Internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD):
- Der aktuelle Kunststoff-Lebenszyklus ist noch lange nicht zirkulär.
- Die COVID-19 erhöhte Einweg-Kunststoffabfälle, obwohl der Kunststoffverbrauch insgesamt in Folge der durch die Pandemie bedingten Schwächung der Weltwirtschaft insgesamt zurückging.
- Falsch gemanagte Kunststoffabfälle sind die Hauptquelle für die Verbreitung von Makroplastik.
- Bedeutende Kunststoffbestände haben sich bereits in aquatischen Umgebungen angesammelt (109 Megatonnen in Flüssen; 30 Mt im Ozean).
- Der CO2-Fußabdruck des Kunststoff-Lebenszyklus ist von Bedeutung.
Als kritische Hebel zur Verringerung der Umweltbelastung von Kunststoffen werden folgende Punkte genannt:
- Entwicklung von Märkten für recycelte Kunststoffe durch Kombination von Push-and-Pull-Politiken.
- Steigerung von Innovation für einen zirkulären Kunststoff-Lebenszyklus.
- Steigerung der Ambitionen der inländischen öffentlichen Politik.
- Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, um die Wertschöpfungsketten von Kunststoffen zirkulär zu gestalten und Netto-Null-Kunststoffleckage zu erreichen.
Der Global Plastics Outlook 2022 stellt fest, dass inzwischen weltweit mehr als 120 Länder Verbote und Steuern auf Einweg-Kunststoffartikel erlassen hätten. Diese würden sich jedoch meistens auf Plastiktüten oder andere Kleinserien beschränken. Dies bedeutet, dass diese Instrumente hauptsächlich bei der Reduzierung der Vermüllung ansetzen, anstatt den Gesamtverbrauch von Kunststoffen zu reduzieren.
Vor diesem Hintergrund wird ein politischer Fahrplan in drei Phasen vorgeschlagen, um die Umweltbelastungen durch Makroplastik zu reduzieren:
- Schließen von Wegen, auf denen Makroplastik unkontrolliert in die Umwelt gelangt.
- Schaffung von Anreizen für das Recycling und die verbesserte Sortierung an der Quelle.
- Reduzierung der Nachfrage und Optimierungs des Designs für zirkuläre Kunststoff- Wertschöpfungsketten sowie Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit recycelter Kunststoffe.
